Lärm am Arbeitsplatz
Wie laut ist es über die ganze Schicht? Lärmquellen mit Pegel und Einwirkzeit eintragen – der Tages-Lärmexpositionspegel und die Pflichten nach LärmVibrationsArbSchV stehen sofort da.
3 Ergebnis
88,3dB(A) Tages-Lärmexpositionspegel
Oberer Auslösewert überschritten
Keine besonderen Pflichten nach der LärmVibrationsArbSchV – den Lärm trotzdem so gering wie möglich halten.
Erste Pflichten greifen: unterweisen, Gehörschutz bereitstellen, darüber Vorsorge anbieten.
Gehörschutz muss getragen werden, Pflichtvorsorge – darüber Lärmbereich und Lärmminderungsprogramm.
Lärmdosis 213 % von 85 dB(A) über 8 Stunden · Einwirkzeit zusammen 7 h 30 min
Spitzenschalldruckpegel
Anteil an der Lärmdosis
- Kreissäge46 % 97 dB(A) · 30 min · 85 dB(A) allein schon nach 30 min
- Winkelschleifer47 % 94 dB(A) · 1 h · 85 dB(A) allein schon nach 1 h
- Grundgeräusch Werkstatt7 % 78 dB(A) · 6 h
- Lärmquelle 4
- Lärmquelle 5
- Lärmquelle 6
4 Pflichten des Arbeitgebers
- gilt Gefährdungsbeurteilung und Lärmminderung Lärmexposition ermitteln und dokumentieren, Lärm vorrangig an der Quelle mindern – technische vor organisatorischen vor persönlichen Maßnahmen. §§ 3, 7 Abs. 1 immer
- gilt Unterweisung Die Beschäftigten über die Gefährdungen, die Schutzmaßnahmen und die richtige Verwendung des Gehörschutzes unterweisen. § 11 Abs. 1 ab 80 dB(A)
- gilt Gehörschutz bereitstellen Geeigneten persönlichen Gehörschutz zur Verfügung stellen und seinen Zustand regelmäßig prüfen. § 8 Abs. 1, 4 ab 80 dB(A)
- gilt Angebotsvorsorge und Beratung Arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten und für eine allgemeine arbeitsmedizinische Beratung sorgen – sie kann Teil der Unterweisung sein. § 11 Abs. 3, ArbMedVV über 80 dB(A)
- gilt Gehörschutz-Tragepflicht Dafür sorgen, dass der Gehörschutz bestimmungsgemäß getragen wird. Mit Gehörschutz dürfen am Ohr höchstens 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) ankommen. § 8 Abs. 2, 3 ab 85 dB(A)
- gilt Pflichtvorsorge Arbeitsmedizinische Vorsorge veranlassen – ohne Teilnahme darf die Tätigkeit nicht ausgeübt werden. ArbMedVV ab 85 dB(A)
- gilt Lärmbereich kennzeichnen Den Bereich als Lärmbereich kennzeichnen und, falls technisch möglich, abgrenzen; Aufenthalt nur, wenn die Arbeit es erfordert, und mit Gehörschutz. § 7 Abs. 4 über 85 dB(A)
- gilt Lärmminderungsprogramm Ein Programm mit technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verringerung der Lärmexposition ausarbeiten und durchführen. § 7 Abs. 5 über 85 dB(A)
Paragrafen ohne Angabe: LärmVibrationsArbSchV. Beim Spitzenschalldruckpegel gelten 135 statt 80 dB(A) und 137 statt 85 dB(A). Die Dämmung des Gehörschutzes zählt bei den Auslösewerten nicht mit.
Hintergrund
So wird gerechnet
Dezibel lassen sich nicht einfach addieren: Der Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h mittelt die Schallenergie aller Lärmquellen über den Arbeitstag und bezieht sie immer auf 8 Stunden – auch bei längeren oder kürzeren Schichten.
LEX,8h = 10 · lg ( 1/8 h · Σ Ti · 10Li/10 )
Die 3-dB-Regel
Zwei gleich laute Quellen oder die doppelte Einwirkzeit ergeben 3 dB mehr. Dieselbe Lärmdosis wie 85 dB(A) über 8 Stunden kommt deshalb schon so zusammen:
| Pegel | Einwirkzeit |
|---|---|
| 85 dB(A) | 8 h |
| 88 dB(A) | 4 h |
| 91 dB(A) | 2 h |
| 94 dB(A) | 1 h |
| 97 dB(A) | 30 min |
| 100 dB(A) | 15 min |
Auslösewerte – § 6 LärmVibrationsArbSchV
| Auslösewert | LEX,8h | LpC,peak |
|---|---|---|
| Unterer Auslösewert | 80 dB(A) | 135 dB(C) |
| Oberer Auslösewert | 85 dB(A) | 137 dB(C) |
Ob eine Pflicht schon beim Erreichen oder erst beim Überschreiten eines Auslösewerts greift, regeln Verordnung und ArbMedVV je Pflicht unterschiedlich – der Rechner hält sich an den Wortlaut. Einen Lärmbereich muss der Arbeitgeber bereits kennzeichnen, wenn der obere Auslösewert überschritten werden kann, etwa an besonders lauten Tagen.
Gehörschutz richtig auswählen
Der Gehörschutz muss so dämmen, dass am Ohr höchstens 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) ankommen. Zu viel Dämmung schadet aber auch: Wer Warnsignale und Gespräche nicht mehr hört, nimmt den Gehörschutz ab. Empfohlen wird ein Restpegel am Ohr zwischen 70 und 80 dB(A).
Vereinfachte Darstellung ohne Gewähr. Die Pegel stammen am besten aus einer Messung; Herstellerangaben eignen sich nur zur ersten Abschätzung. Die Messunsicherheit (TRLV Lärm) ist nicht berücksichtigt – liegt das Ergebnis knapp unter einem Auslösewert, sollte gemessen werden. Schwankt die Lärmbelastung von Tag zu Tag stark, kann unter bestimmten Bedingungen der Wochen-Lärmexpositionspegel herangezogen werden.